Insolvenz-Simulator
Jeder Fall hat eine eigene Ausgangslage und eine eigene Aufgabe. Ab Fall 4 läuft die Frist des § 15a InsO, ab Fall 5 genügt Überleben nicht mehr.
Dieses Spiel erklärt Regeln, es erteilt keine Rechtsberatung. Die Fristen des § 15a InsO laufen ab Kenntnis und sind Höchstfristen — wer tatsächlich in der Nähe einer Insolvenzreife steht, klärt das mit einem Insolvenzrechtler oder Steuerberater, nicht im Browser. Eingegebene Zahlen bleiben in Ihrem Gerät und werden nicht übertragen.
Woher die Zahlen stammen
Alle Fundstellen im Spiel sind gegen gesetze-im-internet.de geprüft (Stand 3. September 2026). Wo eine Aussage aus der Rechtsprechung stammt und nicht aus dem Gesetzestext, steht das ausdrücklich dabei.
So wird gespielt
- Fünfzehn Fälle der Reihe nach spielen — jeder mit eigener Ausgangslage, eigener Länge (8 bis 20 Quartale) und eigenem Auftrag.
- Rechtsform und Branche wählen — Antragspflicht und Haftung unterscheiden sich grundlegend.
- Jedes Quartal eine Situation entscheiden, dann das Quartal abrechnen.
- Auf die Deckung achten: sie zeigt, welcher Anteil der fälligen Schulden bezahlbar ist.
- Bei Insolvenzreife eine Maßnahme wählen — jede verbraucht Frist, nur wenige beseitigen den Grund.
- Optional die eigenen Zahlen aus der BWA eintragen; sie bleiben im Browser.
Insolvenz-Simulator ist eine Wirtschaftssimulation auf DropPlay, bei der du zwölf Quartale lang ein Unternehmen durch die Krise führst und dabei die beiden Eröffnungsgründe der Insolvenzordnung am eigenen Zahlenwerk erlebst. Du wählst eine von fünf Rechtsformen — vom Einzelunternehmen bis zur AG — und eine Branche mit der tatsächlichen Insolvenzhäufigkeit des jeweiligen Wirtschaftsabschnitts. Achtzehn Situationen aus dem Geschäftsalltag verlangen Entscheidungen: ein Großkunde zahlt nicht, der Warenkreditversicherer streicht das Limit, am drittletzten Bankarbeitstag reicht das Geld für die Sozialversicherung oder für die Löhne, aber nicht für beides. Jede Option nennt ihre Rechtsfolge mit Fundstelle. Wer als GmbH oder AG insolvenzreif wird, bekommt die Frist des § 15a InsO: drei Wochen bei Zahlungsunfähigkeit, sechs bei Überschuldung. Fünfzehn Fälle bauen aufeinander auf — von zwei Jahren im Einzelunternehmen bis zu fünf Jahren in Verkehr und Lagerei.
Tipps & Strategie
- Gewinn schützt nicht. § 17 Abs. 2 InsO fragt allein, ob die fälligen Zahlungspflichten erfüllt werden können — ein profitables Quartal kann trotzdem die Zahlungsunfähigkeit auslösen.
- Die Kontokorrentlinie zählt als verfügbares Mittel mit. Läuft sie aus, sinkt die Deckung sofort, ohne dass sich an den Schulden etwas ändert.
- Eine Stundung ist stärker als eine Zahlung: sie beseitigt die Fälligkeit und damit den Eröffnungsgrund selbst.
- Der Schutzschirm nach § 270d InsO setzt voraus, dass noch keine Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist. Wer ihn braucht, hat ihn meist schon verloren.
- Beim Einzelunternehmen läuft keine Frist — der eigene Antrag ist trotzdem sinnvoll, weil die dreijährige Restschuldbefreiung erst mit dem Verfahren beginnt.
Geschichte & Hintergrund
2025 gab es in Deutschland rund 23.900 Unternehmensinsolvenzen, der höchste Stand seit über zehn Jahren; gut vier Fünftel davon trafen Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten. Die durchschnittliche Deckungsquote liegt bei etwa 6 Prozent — Gläubiger verlieren also rund 94 Prozent ihrer Forderungen. Insolvenzverwalter führen das immer wieder auf denselben Punkt zurück: den Zeitpunkt der Antragstellung. Das Spiel ist um genau diese Entscheidung herum gebaut. Alle Fundstellen sind gegen gesetze-im-internet.de geprüft.
FAQ
Wann ist ein Unternehmen zahlungsunfähig?
Nach § 17 Abs. 2 InsO, wenn es die fälligen Zahlungspflichten nicht erfüllen kann. Der Gesetzestext ist ein Satz lang und erwähnt Gewinn nicht. Die in der Praxis übliche Grenze — eine Unterdeckung unter 10 Prozent, die sich binnen drei Wochen schließt, gilt als bloße Zahlungsstockung — steht nicht im Gesetz, sondern kommt aus der Rechtsprechung des BGH.
Gilt die Überschuldung für jede Rechtsform?
Nein. § 19 Abs. 1 InsO öffnet diesen Eröffnungsgrund nur für juristische Personen, Abs. 3 erweitert ihn auf Gesellschaften ohne natürliche Person als Vollhafter. Ein Einzelunternehmen, eine GbR oder eine OHG aus natürlichen Personen kann bilanziell überschuldet sein, ohne dass das ein Eröffnungsgrund wäre. Das Spiel behandelt die fünf Rechtsformen deshalb unterschiedlich.
Wie lange ist die Frist für den Insolvenzantrag?
§ 15a Abs. 1 Satz 2 InsO nennt höchstens drei Wochen ab Zahlungsunfähigkeit und höchstens sechs Wochen ab Überschuldung. Das sind Höchstfristen: der Antrag ist „ohne schuldhaftes Zögern“ zu stellen. Wer sie versäumt, begeht eine Straftat nach § 15a Abs. 4 InsO — die fahrlässige Variante ist nach Abs. 5 ebenfalls strafbar.
Was passiert, wenn ich Sozialversicherungsbeiträge einbehalte?
Das Vorenthalten der Arbeitnehmeranteile ist nach § 266a Abs. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bedroht, und zwar unabhängig davon, ob überhaupt Lohn gezahlt wurde. § 266a Abs. 6 StGB enthält allerdings einen Ausweg: wer der Einzugsstelle spätestens zur Fälligkeit schriftlich Höhe und Grund mitteilt und dann fristgerecht nachzahlt, wird nicht bestraft.
Bleiben meine eingegebenen Zahlen privat?
Ja. Die Eingaben unter „Eigene Ausgangslage“ werden ausschließlich im Browser verarbeitet. Es gibt keine Übertragung an einen Server, keine Speicherung und keine Auswertung.
Ist das Spiel eine Rechtsberatung?
Nein. Es erklärt Regeln und nennt zu jeder Entscheidung die Fundstelle, aber es beurteilt keinen konkreten Fall. Wer tatsächlich in der Nähe einer Insolvenzreife steht, sollte einen Insolvenzrechtler oder Steuerberater einschalten — die Fristen des § 15a InsO laufen ab Kenntnis.